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L'appel - Klappe die 4.

Montag, 06.08.

Am Vormittag besuchten wir die ruandische Hilfsorganisation „Solace Ministries“ und hatten ein sehr bewegendes und aufschlussreiches Gespräch über den Genozid und seine Folgen für die junge Generation und Witwen. Bemerkenswert an dieser Organisation ist, dass sie sich auch auf die psychotherapeutische Behandlung von seelischen Traumata durch die kriegerischen Handlungen konzentriert.

Teil dieser Organisation ist außerdem eine Krankenstation in Kabuga, die sich auf AIDS Prävention und HIV Behandlung spezialisiert hat.

Mittags waren wir im Head Office der E.P.R., wo uns der Bauingenieur Uzziel stolz seine überarbeitete Version der Baupläne präsentierte. Diese „überarbeitete“ Version entpuppte sich allerdings als komplett neuer Bauplan. Zu unserer Enttäuschung mussten wir erfahren, dass es vom Gesundheitsministerium Pläne gibt, die sogar als Gesetz formuliert, beim Bau einer neuen Krankenstation eingehalten werden müssen.

Uns zeigt das, dass innerhalb der Kommunikation mit unseren Partnern hier vor Ort noch Optimierungsbedarf besteht, wenn man bedenkt, dass eine beiläufige Erwähnung solch zentraler Informationen, die monatelange Arbeit an unseren Bauplänen erst einmal zu Nichte macht.

Trotzdem werden diese Pläne flexibel für unsere Ideen bleiben. Innerhalb des Verwaltungsapparates von Ministerium und District-Verwaltung ist man sich bewusst, dass wir mit unserem Vorhaben ausschließlich Verbesserung für die  Gesundheitsversorgung der Bevölkerung bringen. Solche Steine, die man uns erst einmal in den Weg legt, sind daher leicht wieder zu entfernen, bedeuten aber trotz alle dem einen Mehraufwand.

Daraufhin beschlossen wir, über Pascal einen Termin beim Gesundheitsministerium zu machen, um nun von oberster Stelle den Planungsstand absegnen zu lassen und weiteren unnötigen Planungsaufwand zu umgehen.

Weitere Programmpunkte des Treffens waren die vertragliche Klärung der Übernahme laufender Kosten der Krankenstation, wie Löhne und Instandhaltung. Diese werden laut Vertrag zu 80% vom Ministerium und zu 20% von der Presbyterianischen Kirche übernommen.

Außerdem sprachen wir über die aktuellen Kostenpläne jener Bildungsstätten, die mit uns derzeit 6 Studierende in Ruanda mit dem „Umgekehrten Generationenvertrag“ ausstatten.

Einer der wichtigsten Punkte war die Bildung der Partnerorganisation in Ruanda. Als Ergebnis gibt es hierbei festzuhalten, dass Pascal, Emmanuel und Gilbert fortan die hauptverantwortlichen Koordinatoren sein werden. Pascal und Emmanuel übernehmen die direkte Kommunikation zwischen E.P.R. und L’appel Deutschland. Gilbert wird zudem regelmäßig über aktuelle Entwicklungen bzgl. des Baugeschehens reporten.

 

 

Dienstag, 07.08.

Wir besuchten ein weiteres Projekt von „Solace Ministries“ und wohnten einem Workshop zur Seifenherstellung bei. Diese Organisation bietet verschiedene Kurse an, wie z.B. Nähen, die Herstellung von traditionellem Kunsthandwerk, Agrarwirtschaft etc., die den Witwen innerhalb des Programms die Möglichkeit bieten, ihr Einkommen und somit ihre Lebensumstände eigenhändig zu verbessern.

Während dieses Workshops wurde Jules von einer Biene attackiert und lieferte sich einen höchst eindrucksvollen Zweikampf mit dem Insekt.

Am Nachmittag besuchten die beiden „Ruanda-Neulinge“ Hanna und Tabea, die Genozid Gedenkstätte. Beide waren betroffen von der beeindruckenden Aufarbeitung dieses grausamen Kapitels in der Geschichte des Landes.

Trotz dieser intensiven Konfrontation mit dieser brutalen Vergangenheit ist es umso bemerkenswerter, wie friedlich und aufgeklärt das Zusammenleben innerhalb der Gesellschaft nach so kurzer Zeit schon wieder ist.

Den Abend verbrachten wir auf einem Freundschaftsspiel der Junioren-Basketball-Nationalmannschaft Ruandas. Unser guter Freund Albert, Co-Trainer der Mannschaft hatte uns hierzu eingeladen und verbrachte nach einem furiosen 74:49 Sieg den Abend bei Brochette und einem gemütlichen Bier mit uns.

 

Mittwoch, 08.08.

Es regnet! Der Tag begann mit heftigen Monsunregen und –gewittern. Nach dem Frühstück machten sich Christoph und Jules auf den Weg zum Flughafen, um Daniel abzuholen – unser neues Teammitglied.

Daniel ist ein guter Freund aus Köln und hat eine äußerst begabte Hand an der Kamera. Er wird während unserer gemeinsamen Zeit eine Dokumentation und einen Imagefilm für L’appel Deutschland drehen. Er begleitet uns nun bei all unseren Vorhaben auf Schritt und Tritt.

Nach einer kurzen Stärkung in unserem einheimischen Stammrestaurant, besprachen wir bei einem frisch aufgebrühten ruandischen Kaffee Inhalte und Struktur der geplanten Dokumentation und erstellten ein erstes grobes Drehbuch.

Erschöpft von diesem kreativen Austausch, trafen wir uns am Abend zu einem geselligen Beisammensein mit unseren ruandischen Freunden Dan und Jean-Paul, um Tabea gebührend zu verabschieden, die in der Nacht nach Hause fliegen würde.

Tabse ist der geilste Club der Weeelt! J

 

Donnerstag, 09.08.

Trotz der derzeitigen Trockenzeit regnete es wieder wie aus Eimern. Wir nutzten den Tag, um unser Filmvorhaben weiter zu entwickeln und einige Besorgungen in der Stadt zu tätigen.

Den Rückweg legten wir zu Fuß zurück. Auf dieser einstündigen Wanderung durch die verschiedenen Bezirke der Hauptstadt Kigalis wurden wir ungläubig aber freudig von den Einheimischen begrüßt, die es kaum fassen konnten, dass Muzungus (=weiße) auch zu Fuß durch die Stadt laufen.

 

Freitag, 10.08.

Freitagmorgen hatten wir ein weiteres Treffen bei der E.P.R. Zu unserer positiven Überraschung bekamen wir Dank Pascals großen Engagements den für uns sehr wichtigen Vertrag zur Personalkostenübernahme der Krankenstation. Dies ist ein großer Erfolg für uns, da nun gewährleistet ist, dass die laufenden Kosten von der Regierung und der E.P.R. vollständig übernommen werden. Nun steht die Krankenstation auf langfristig finanziell sicherem und vor allem unabhängigem Fundament.

Nach dem Mittagessen mit Pascal in der E.P.R., verbrachten wir den Nachmittag fussball- und basketballspielend mit den Kindern in CPAJ und genossen die rasante Motofahrt in der Abendsonne Ruandas.

Den Tag über entstanden an verschieden Orten Kigalis die ersten vielversprechenden Aufnahmen für unseren Film…..

Mit unserem lieben Freund Jean-Paul haben wir seinen 26. Geburtstag gebührend gefeiert. Zur Feier des Tages gingen wir mit ihm in seinen Lieblingsclub und konnten die afrikanische Tanzkultur hautnah miterleben. 

 

Samstag, 11.08.

Samstag haben wir uns nach zweieinhalb anstrengenden Wochen einen Tag Ruhe gegönnt, um für die kommenden terminreichen Tage Kraft zu schöpfen. Den Abend ließen wir bei Livemusik im geschichtsträchtigen Hotel „Milles Collines“ (bekannt aus den Film „Hotel Ruanda&ldquo ausklingen und genossen dabei die Sternschnuppen Nacht.

 

Sonntag, 12.08.

Um vier Uhr morgens klingelte der Wecker und schmiss Daniel und Hanna aus dem Bett, um bei Sonnenaufgang die atemberaubende Savannenlandschaft und die verschiedensten Tierarten wie  Zebras, Giraffen und Antilopen zu bewundern. Mit einem Range Rover ging es über die holprigen Straßen des Akagera Nationalparks. Begleitet wurden die Beiden von der afrikanischen Frohnatur Cecile, die sie mit ihrer herzlichen und lustigen Art ihr Wissen über die Tierwelt und die Landschaft des Parks bereicherte.

Ohne Verschnaufpause ging es direkt zum Drehort, wo wir alle bis zur Dunkelheit am Set arbeiteten. Erschöpft und glücklich von dem sehr produktiven Tag, verabschiedeten wir uns bei einem gemütlichen Zusammensein von Jean-Paul. Er kann uns leider nicht wie eigentlich geplant mit nach Kiruhura begleiten, da er einen lukrativen, einmonatigen Arbeitsauftrag bekam. Andererseits freut es uns sehr, dass unser Bildungsprogramm erste Früchte trägt. Dieser Job ist für Jean-Paul nicht nur finanziell ein gewaltiger Fortschritt, sondern auch eine gute Chance, im wettbewerbsintensiven Elektriker Gewerbe Fuß zu fassen.

Nächste Woche geht es wieder nach Kiruhura! Wir können es kaum erwarten, mit dem Bau der Krankenstation zu beginnen. Wir werden selbstverständlich wieder berichten.

Nahomukanya (Bis später)

Euer L’appel Team

13.8.12 23:18

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